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Neuer AStA-Vorsitz

Kay Bents wird neuer AStA-Vorsitzender, künftige Sozialreferentin ist Isabel Rudat

Am vergangenen Donnerstag wählte das Studierendenparlament sowohl einen neuen AStA-Vorsitzenden als auch eine neue Sozialreferentin. Elena Ségalen trat als Vorsitzende zurück. Kay Bents, zuvor Sozialreferent, wird in Zukunft die Aufgaben des Vorsitzes übernehmen. Als neue Sozialreferentin wurde Isabel Rudat – bis dato Sachbearbeiterin im Sozialreferat – gewählt.

Der bevorstehende Rücktritt von Elena Ségalen war im AStA bereits im August bekannt. Aus unerwarteten Entwicklungen in ihrem persönlichen Leben bahnte sich an, dass sie nicht mehr die Zeit für und Intensität an Einsatz für den Vorsitz liefern können würde, den sie bis dahin so vorbildlich geleistet hatte. Ihr Amt führte sie jedoch über die Zeit noch gewissentlich weiter – der Übergang zum neuen Vorsitzenden konnte entsprechend vorbereitet werden, so dass Kay Bents sofort beginnen kann. „Wir haben viel erreicht: Chaotische Strukturen und Seilschaften des ehemaligen AStA, die nicht zuletzt zur größten Finanzaffäre in der Geschichte des Göttinger AStA geführt hatten, konnten aufgebrochen werden. Basisorientierte Strukturen und eine wahrnehmbare Studierendenvertretung, die tatsächlich unnachgiebig für die Interessen der Studierenden eintritt, sind an deren Stelle getreten“, resumiert Ségalen.

Es gab hier und da auch einmal Streit und Meinungsverschiedenheiten. Aber das ist ganz gewöhnlich: Basisdemokratische Entscheidungen im Konsens zu fällen heißt nicht, dass sich von vorn herein alle einig sind. Es bedeutet vielmehr, dass verschiedene Sichtweisen zu Wort kommen können und eine gemeinsame Position erarbeitet wird. Nicht das Ausboten von Minderheiten in Kampfabstimmungen entscheidet über das Ergebnis, sondern die vernünftige Diskussion führt zu einer für alle tragbaren Position, in der alle berücksichtigt werden. Solche Strukturen aufzubauen war unsere erste Aufgabe, die für das AStA-Team inzwischen Routine sind. Ich bedauere sehr, dass ich mein Amt bis zum Ende der Legislaturperiode nicht mehr weiter führen können werde. Nicht aus politischen Gründen oder angeblichen unlösbaren Konflikten trete ich zurück. Das interne Schreiben, welches dem Göttinger Tageblatt vorliegt, ist Teil eines Arbeitsprozesses gewesen, in dessen Zusammenhang es starke Meinungsverschiedenheiten gab. Dieses hatte aber nichts mit meinem Rücktritt zu tun. Aus von persönlichen Gründen, die eine Prioritätenverschiebung in meinem Leben erfordern, habe ich mich entschieden, mein Amt niederzulegen. Ich hätte nicht mehr den gleichen Umfang an Zeit und Energie aufbringen können, wie zuvor. Ich wünsche dem AStA-Team alles Gute“, so Ségalen zu ihrem Abschied.

Die Wahl von Kay Bents am Donnerstag formalisiert nun den Wechsel. „Viele Projekte stehen im kommenden Semester an: An erster Stelle die OpenUni im November, aus der aus nicht nur neue Einsichten hervorgehen sollen, sondern auch Impulse für die bevorstehenden Bildungsproteste: Die OpenUni fällt mitten in die 'global week of action for education'. Es folgt ein gemeinsamer Aktionstag gegen Studiengebühren, der in vielen niedersächsischen Städten bereits vorbereitet wird. Aber auch die Unterstützung von Erstsemestern, die sich durch die hohen Zulassungszahlen sowohl am Wohnungsmarkt als auch in voraussichtlich überfüllten Lehrveranstaltungen in einer schwierigen Lage befinden, wird die Arbeit in der kommenden Zeit bestimmen. Vieles davon ist bereits gut vorbereitet – Übergangsschwierigkeiten bei der Übernahme des Amts von Elena erwarte ich nicht“, berichtet Bents von seinen bevorstehenden Aufgaben.

Eine inhaltliche Neuausrichtung oder Neustrukturierung des AStA ist mit dem Wechsel indes nicht zu erwarten: „Wir bleiben ein basisdemokratischer AStA. Wir stehen ein gegen Studiengebühren, Leistungsdruck und Studienbedingungen, die den Blick nach Links und Rechts schwierig und Studierende krank machen. Wir werden uns auch weiterhin für selbstbestimmtes Leben und Lernen an der Universität stark machen und bleiben dabei, dass für eine sinnvolle und wirksame Studierendenpolitik der Blick über die Hochschule hinaus notwendig ist. An dieser Agenda etwas zu ändern, wäre ohnehin nicht Sache des Vorsitzes allein, sondern Entscheidung aller Beteiligten. Personen können wechseln, und das ist für einen basisdemokratischen AStA nichts Schlimmes - unsere Inhalte bleiben“, so Bents.

Auch die Arbeit im Sozialreferat wird wie gewohnt weiter laufen. „Die Zusammenarbeit mit Kay und Hauke lief bis heute hervorragend. Wir haben die Sozialberatung am Nordcampus wieder belebt. Auch die tägliche Beratung im Raum des Sozialreferats im Rosa-Luxemburg-Haus wird intensiv in Anspruch genommen. Diese Arbeit werden wir in neuer Konstellation im gleichen Umfang und mit Gewissenhaftigkeit fortsetzen“, erklärt Isabel Rudat, die neu gewählte Sozialreferentin. „Das nächste Semester wird aufgrund des doppelten Abiturjahrgangs und dem Wegfall der Wehrpflicht eine Herausforderung. Gerade die Neu-Eingeschriebenen werden zu Beginn ihres Studiums mit verschärften Bedingungen zu kämpfen haben. Wir werden allen Studierenden, die daher in Probleme geraten, zur Seite stehen und uns auch weiterhin dafür einsetzen, diese Bedingungen zu verbessern“. Die freigewordene Sachbearbeiter*innen-Stelle, welche Isabel zuvor besetzt hatte, wird in Zukunft von Helge Stein übernommen.

Das AStA-Team bedauert, dass die Zusammenarbeit mit Elena frühzeitig zu Ende gehen musste. Wir haben die Zeit mit Dir zusammen sehr genossen und werden – auch wenn Du nicht aus der Welt bist – Dich in unserem Team vermissen. Wir wünschen Dir alles Gute für Dein weiteres Leben.

AStA Uni Göttingen, 25. Oktober 2011


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