Die kleine Stadt Göttingen an der Leine ist nicht Berlin,
wo Stadtteile von alternativen Studierendenquartieren zu luxuriösen Straßenzügen mit urban flair werden. Und
Göttingen ist auch nicht Hamburg, wo die Künstler_innen des Gängeviertels gegen den Ausverkauf von bezahlbarem
Wohnraum protestieren.
Vom „Recht auf Stadt“ oder der Kritik an „Gentrifizierung“ hat man hier bislang nichts gehört. Aber auch hier gibt es Stadtumstrukturierung, Innenstadtverdrängung, und städtische Imagepolitik.
Das Stadtviertel Grone als „Problemviertel“ ist wohl den meisten Göttinger_innen ein Begriff, genauso wie das Ostviertel auch als „Professorenviertel“ bezeichnet wird.
Die folgenden Veranstaltungen sollen zu einer Diskussion anregen, die sich mit den verschiedenen Prozessen rund um die Themen Wohnen,
Stadt und Kapitalismus auseinandersetzt. Und diese Diskussion, die kritisch geführt werden muss, ist dringend nötig,
denn die Stadt produziert Ausschlüsse und bringt marginalisierte Gruppen hervor. Die Stadt ist damit als zentrales
Aushandlungsfeld sozialer Konflikte zu betrachten.
Das stadtpolitische Vorgehen und die dahinter stehenden Interessen kritisch zu hinterfragen ist ein zentrales Anliegen der Veranstaltungsreihe.
Berücksichtigt werden Fragen zum Zusammenhang von Armut, Ausgrenzung, soziale Sicherheit, Gentrifizierung, sowie Stadt- und
Imagepolitik.
30.06.2011
Gentrifidingsbums
oder eine Stadt für Alle
28. Juli 19:00: Wohnungsuche als Castingshow, Flagshipstore vs. Elektrohöker, Kämpfe und Feten zwischen Aneignung und Verdrängung. Erzählungen und Berichte aus dem Getümmel; Hamburg, Berlin, Bums. Wie nochmal... Gentrifidingens!? Und wenn? Beispiele des kreativen Schneisenschlagens
in den Spielräumen der unternehmerischen Stadt.30.06.2011
Das Geschäft mit dem Wohnen
Wohnungsnot und Armut in Göttingen

14. Juli 19:00 Uhr: Wie steht es um die Wohnungsnot? Gibt es eine solche noch, oder gehört sie längst der Vergangenheit an? Welche Rolle spielen Markt und Politik für das städtische Wohnen? Zur Frage der ökonomischen und politischen Determinanten für die Wohnungsversorgung in der modernen Marktwirtschaft. Mit Beispielen aus Göttingen.
30.06.2011
Was heißt: 'Recht auf Stadt'?
Eine urbanistische Intervention zu einem zeitgenössischen politischen Konzept
5. Juli 19:00 Uhr: AkteurInnen städtepolitischer Auseinandersetzungen beziehen sich kaum auf eine reflektierte Gesellschaftskritik. Zudem wird die Stadt als soziales Verhältnis weitgehend auf die als Gentrifizierung beschriebene Prozesse reduziert. Doch was bedeutet die Einforderung eines Rechts auf Stadt, während öffentliche Räume privatisiert werden und diese somit durch eine zunehmende Verrechtlichung mit entsprechenden Ein- und Ausschlussprozessen gekennzeichnet werden?